Förderung der Schulausbildung von syrischen Flüchtlingen im Irak

In den kommenden zwei Jahren  wird Wadi in Kooperation mit der lokalen Organisation Jinda 6000 Schülerinnen und Schüler mit Unterrichtsmaterialen und Kursen fördern.

Die andauernden militärischen Konflikte in der Region führen dazu, dass immer mehr  Flüchtlinge und Vertriebene aus Syrien und dem Zentralirak in Irakisch-Kurdistan Schutz suchen müssen. Weit mehr als 1,5 Millionen leben inzwischen im Nordirak. Kinder und Jugendliche zwischen 6-17 Jahren sind durch die Flucht und all die damit einhergehenden schwierigen Umstände mittlerweile sehr gefährdet, ihre Schulausbildung nicht beginnen oder nicht wieder aufnehmen zu können.

Die Gründe dafür, dass diese Kinder keinen Schulunterricht mehr erhalten, sind so unterschiedlich wie ihre Lebensumstände. Einige Schüler mussten mangels Anfahrtsmöglichkeiten ihre Schulen verlassen, andere aufgrund der ausbleibenden Zahlungen der Regionalregierung für Schulen in den Camps (seit der Wirtschaftskrise 2014 erfolgt die Finanzierung nicht verlässlich).

Ganz besonders für Flüchtlinge aus Syrien und Binnenvetriebene aus dem Zentralirak, die teilweise alles verloren haben und in den unzähligen Lagern im Nordirak leben, ist die Ausbildung entscheidend für die Entwicklung einer Zukunftsperspektive.

unesco

Viele Schüler leiden in den schlecht ausgestatteten Schulen unter extrem mangelhaften Unterrichtsmaterialen, schlecht ausgebildeten Lehrkräften und einer unzureichenden Basis-Ausstattung (Notizblöcke, Stifte, Lehrbücher), was ihre Leistungen schwächt und die Abbrecherquote deutlich erhöht.

Seit 2012 führt WADI verschiedene Projekte zur Unterstützung von syrischen Flüchtlingen durch. Mit Hilfe von UNESCO hat WADI im Dezember 2015 ein weiteres wichtiges Projekt implementieren können: die Übernahme von Sekundarschulausbildungen für syrische Flüchtlinge im Nordirak mit mehr als 3000 Plätzen für ein Jahr. Die Zielvorhaben konnten erfolgreich umgesetzt und die Schüler wieder angemessen unterrichtet werden.

21057788_891852710965228_523743183_o1

Seit August 2017 hat WADI  mit UNESCO-Unterstützung ein neues Projekt beginnen können, das Zugang zu inklusivem Grund- und Sekundarschulunterricht ermöglichen wird. Konkret geht es um 6000 Flüchtlinge in Dohuk, Erbil und Suleymaniah, die drei Jahre lang von 400 Lehrern in insgesamt 15 Primär- und Sekundärschulen unterrichtet werden. Als Projektträger wird WADI beratende und unterstützende Aufgaben übernehmen, während Personalausbildung, Workshops und Implementierungsvorarbeit von unserer Partnerorganisation Jinda in Dohuk übernommen werden.

Zur Veranschaulichung hier eine Auswahl unserer Ziele für das Projekt:

  • 15 Schulgebäude werden möbliert und mit Strom und Wasser versorgt
  • 6000 syrische Flüchtlingskinder werden an Grund- und Sekundärschulen eingeschrieben5000 unter ihnen, die bis dahin nicht mehr zur Schule gegangen sind, werden mit neuen Schultaschen und Zubehör ausgestattet
  • 6000 SchülerInnen und über 300 LehrerInnen werden Arbeits- und Lehrbücher zur Verfügung gestellt
  • 200 darauf angewiesenen Schülern wird die tägliche Hin- und Rückfahrt organisiert
  • 130 gut qualifizierte Lehrer werden in Kooperation mit MoR-KRG aus der Flüchtlingscommunity rekrutiert
  • Die insgesamt 400 Lehrer werden Fortbildungen in den Bereichen Management, Betreuung und Pädagogik erhalten
  • Alle 400 Lehrer werden vom International Network for Education in Emergencies (INEE) unterstützt
  • Alle 6000 Schüler erhalten bei Bedarf psychosoziale Unterstützung
  • 2000 der eingeschriebenen Schüler erhalten in Catch-Up-Klassen Intensivunterricht. So können sie ihre Lücken füllen oder wieder dort in den Stoff einsteigen, wo sie vor längerer Zeit aufhören mussten.
  • Weitere 9800 syrische Flüchtlinge erhalten in Koordination mit dem irakisch-kurdischen Bildungsministerium und anderen lokalen Akteuren Lehrpläne und Lernmaterial

Das Projekt wird von UNESCO und der Europäischen Union finanziert.