Was tun gegen steigenden Drogenkonsum? Eine Diskussionsrunde in Germian.

Unsere Partnerorganisation ADWI organisierte in Zusammenarbeit mit Garmyan Asayish und verschiedenen offiziellen Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden eine Podiumsdiskussion über die zunehmende Verbreitung von Drogenkonsum und Drogenhandel in der Region Garmyan.

Von Shatoo Kameran, 07.02.2026

(Bild: Das Podium zum Thema Drogen, Quelle: ADWI)

An der Veranstaltung nahmen Vertreter mehrerer Polizeibehörden teil, darunter die Polizeistation Garmyan, die Zivilpolizei, die Polizeien vom Kontrollpunkt Parwezkhan, von Khanaqin, von Kifri, vom Kalar-Krankenhaus, von Qoratu und von Maidan, sowie die Passpolizei von Garmyan und die Kriminalpolizei. Die starke Beteiligung der Sicherheitsbehörden zeigt wie ernst das Problem ist und dass man sich über die Auswirkungen auf die Gesellschaft Sorgen macht.

Mehrere Medien berichteten über die Podiumsdiskussion, darunter KirkukNow, Kobas Media, Ayinda, Deng Radio, Kurdistan TV, Galikurdistan, KAR Media und 964 Media, was zu einer breiteren Sensibilisierung der Öffentlichkeit für dieses Thema beitrug.

Podiumsteilnehmer und wichtige Diskussionspunkte

An der Podiumsdiskussion nahmen drei Referenten mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund teil:

Parwin, Richterin in der Region Garmyan, sprach über die rechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit Drogenkonsum und Drogenhandel. Sie beleuchtete die aktuelle Situation in Garmyan, die Arten der konsumierten und gehandelten Substanzen sowie die rechtlichen Herausforderungen, denen die Behörden bei der Bekämpfung von Sucht- und Drogenhandelsfällen gegenüberstehen.

Der Journalist Dilshad Anwar stellte die Ergebnisse seiner Recherchen zum Drogenkonsum in Garmyan vor. Er betonte, dass sich die Lage gerade rapide verschärfe, und warnte davor, dass Garmyan zu einem Brennpunkt des Drogenhandels werde. Als Beispiel für das Ausmaß des Drogenhandels in der Region führte er einen Fall an, in dem die Polizei 40 Kilogramm Drogen beschlagnahmt hatte.

Nazdar Qudrat, Expertin für psychische Gesundheit, sprach über die zugrunde liegenden Gründe, warum Menschen, insbesondere junge Erwachsene, zu Drogen greifen. Sie betonte die dringende Notwendigkeit spezialisierter Rehabilitationszentren und merkte an, dass Sucht als Gesundheitsproblem behandelt werden sollte, das professionelle Betreuung erfordert, und nicht nur als Sicherheitsproblem.

Publikumsbeteiligung und Kernbotschaften

Die Diskussion endete mit einer lebhaften Fragerunde. Ein Polizeibeamter forderte ADWI auf, diese Podiumsdiskussion nicht als einmalige Veranstaltung zu betrachten, und betonte, dass Drogenprobleme nachhaltige Anstrengungen, Folgemaßnahmen und ein langfristiges Engagement erfordern. Er wies darauf hin, dass viele Organisationen trotz der Schwere des Problems nur eine einzige Maßnahme durchführen und sich dann zurückziehen.

Ein anderer Teilnehmer forderte Sicherheitskräfte, zivilgesellschaftliche Organisationen, Gemeinden und insbesondere die Medien auf, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Er betonte, dass Drogenmissbrauch jeden direkt oder indirekt betrifft, und hob hervor, dass der Schutz der nächsten Generation und der Kinder eine gemeinsame Priorität sein sollte, da keine Familie vor diesem Risiko gefeit ist.

Ein Polizeibeamter fragte, warum Journalisten sich nicht intensiver mit drogenbezogenen Themen befassen, um das Bewusstsein zu schärfen und die Bemühungen von Asayish und der Polizei zu unterstützen. Dilshad Anwar erklärte daraufhin, dass das Fehlen unabhängiger nationaler Medien und der politische Einfluss auf die Medien deren Fähigkeit einschränken, Themen anzusprechen, die nicht den politischen Interessen dienen.

Das Engagement von ADWI

ADWI betont, dass Menschen, die mit Drogenabhängigkeit zu kämpfen haben, in erster Linie Bürger und Mitglieder unserer Gesellschaft sind. Sie sind Menschen, die Unterstützung, Fürsorge und angemessene Dienstleistungen benötigen, nicht Ausgrenzung oder Stigmatisierung. Drogenkonsum sollte in erster Linie als soziales und gesundheitspolitisches Problem verstanden werden und nicht ausschließlich aus strafrechtlicher Sicht behandelt werden.

ADWI ist der Ansicht, dass eine wirksame Bekämpfung der Drogenabhängigkeit erfordert, dass Drogenkonsumenten als Menschen anerkannt werden, die Hilfe, Rehabilitation und professionelle Behandlung benötigen. Die Betrachtung von Sucht ausschließlich als Straftatrisiko verstärkt die soziale Ausgrenzung und hält Betroffene davon ab, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Stattdessen ist ein humaner und integrativer Ansatz erforderlich, der Strafverfolgungsmaßnahmen mit Prävention, Behandlung und Wiedereingliederung in Einklang bringt.

Die Bekämpfung des Drogenkonsums in Garmyan ist eine gemeinsame Aufgabe. Regierungsinstitutionen, Sicherheitskräfte, Gesundheitsdienste, zivilgesellschaftliche Organisationen, Familien, Medien und Gemeinden müssen alle dazu beitragen, dass Suchtkranke Zugang zu Unterstützungs- und Rehabilitationsangeboten erhalten. Dazu gehört auch, sich für die Einrichtung spezialisierter Rehabilitationszentren und die Stärkung psychosozialer und gemeindebasierter Maßnahmen einzusetzen.