Die Moria White Helmets (MWH) sind eine selbstorganisierte Flüchtlingsgruppe, die sich für die Belange der im Lager auf Lesbos (Griechenland) lebenden Flüchtlinge einsetzt. Ihre Mission ist es, den Flüchtlingen im Lager zu ermöglichen, selbst aktiv an der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen mitzuhelfen.

(BIld: Nähwerkstatt, Alle Bilder: Moria White Helmets)
Ziel ist es, für die Tausende von Asylsuchenden ein halbwegs normales und lebenswertes Umfeld zu schaffen, während sie auf Entscheidungen über ihre Fälle warten.
Wadi unterstützt die Selbstorganisation der Flüchtlinge im Lager Moria und hilft den Menschen bei ihren Bemühungen, für ihre Bedürfnisse und Rechte einzutreten. Diese gemeinsame Initiative führte schließlich 2020 zur Gründung der MWH – ein Schritt, der nur durch die Entschlossenheit und Widerstandsfähigkeit der Flüchtlinge überhaupt möglich war.
Das Projektmodell von Moria White Helmets ist einfach:
1. Alle Mitglieder von Moria White Helmets müssen aktuelle oder ehemalige Asylsuchende sein.
2. Alle im Rahmen der MWH-Projekte angebotenen Dienstleistungen sind kostenlos und stehen allen Asylsuchenden offen.
3. Als Gegenleistung für ihre Mitarbeit erhalten die MWH-Mitglieder Essensgutscheine, Geldkarten und ähnliche Leistungen, die zur Deckung der Grundbedürfnisse beitragen. Alle Spenden werden ausschließlich dazu verwendet, MWH bei der Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung ihrer Projekte zu unterstützen.
Zusammenfassung der aktuellen Projekte von MWH im Jahr 2025
Mehrere Werkstätten sind weiterhin täglich in Betrieb:
Ein Friseursalon für Männer. Es gibt vier Friseure (zwei vormittags und zwei nachmittags), die an fünf Tagen in der Woche arbeiten.
Ein Schönheitssalon für Frauen – für Haare, Nägel usw. Es gibt ein freundliches und kompetentes Frauenteam, das aus zwei Gruppen besteht. Jede Gruppe hat vier Mitglieder, die drei Tage pro Woche arbeiten.
Eine Schneiderei, in der erfahrene Schneiderinnen Kleidung und Textilien reparieren und anpassen. Das Team besteht aus Frauen und Männern, die vier Tage pro Woche arbeiten.
Eine Fahrradwerkstatt zum Einstellen und Reparieren von Fahrrädern.
Eine Werkstatt, die Werkzeuge bereitstellt, die für den Bau benötigt werden.
Drei Mitglieder helfen Flüchtlingen und heißen sie herzlich willkommen. MWH unterstützt neu angekommene Flüchtlinge. Dabei arbeitet die Organisation mit anderen Gruppen wie dem Hope Project oder BWC zusammen, um neu angekommene Flüchtlinge im Lager mit allem zu versorgen, was sie an Kleidung, Beratung und Orientierung benötigen.
Vertreibung aus dem Lager und Neuanfang
Im Juni überbrachte die Lagerleitung eine niederschmetternde Nachricht: Die MWH könne nicht länger innerhalb des Lagers tätig sein, da sie nicht offiziell als NGO registriert sei. Für MWH traf diese Entscheidung einen tiefen Nerv. Als Bewohner des Lagers hatten sie sich stets von traditionellen NGOs abheben können. Denn sie waren keine Außenstehenden, die Hilfe leisteten; sie waren Menschen, die Flucht und Vertreibung am eigenen Leib erlebten und organisierte Selbsthilfe betrieben. Doch ihre Argumente stießen auf taube Ohren. Ihnen wurde nur ein Monat Zeit gegeben, um ihre Aktivitäten einzustellen und sämtliche Workshop-Ausrüstung, Bildungsmaterialien und die gesamte Ausstattung des Schönheitssalons aus dem Lager zu entfernen. Die Mitglieder der MWH waren frustriert. Ihre Arbeit war nicht nur ein Job; sie war für viele eine Lebensader. Sie hatten ihr Herzblut in die Schaffung eines Raums gesteckt, in dem Hoffnung steckte und in dem ein Gefühl der Gemeinschaft aufblühte, und nun wurde ihnen gesagt, sie müssten ihn aufgeben. Doch letzten Endes ließen sie sich nicht unterkriegen.
Die „Moria White Helmets“ haben schon zuvor so manche Herausforderung gemeistert, und auch diese würde nicht ihr Ende bedeuten. Also trafen sie eine gemeinsame Entscheidung: Anstatt zu verzweifeln und aufzugeben, würden sie weitermachen. Sie fanden einen neuen Standort in der Nähe des Lagers, an dem sie ihre Arbeit fortsetzen konnten. Zwar ist das eine große Umstellung, aber es bietet auch neue Möglichkeiten.
Die Moria White Helmets wissen, dass ihr neuer Standort noch nicht so vertraut ist und etwas weiter weg liegt. Trotzdem sorgen sie dafür, dass ihre Hilfe für alle erreichbar bleibt. Sie sind entschlossen, den Draht zur Community aufrecht zu erhalten und den Geist der Selbstermächtigung, den sie in ihrer bisherigen Arbeit so erfolgreich kultiviert haben, weiter zu stärken.
Die Moria White Helmets werden von Solingen Hilft e.V. und Benevety unterstützt.
Wir bitte Sie herzlich, auch dieses Jahr mit Ihrer Spende eine Weiterarbeit der Moria White Helmets zu ermöglichen.