Unterstützung von Flüchtlingen in Griechenland

Seit 2017 unterstützt Wadi Flüchtlinge in Griechenland. Die Zusammenarbeit mit unserem lokalen Partner zielt vor allem auf langfristige Unterstützung von Bildungs- und Ausbildungsprojekten insbesondere für die am meisten gefährdeten Flüchtlinge: allein fliehende Frauen und Kinder. Einige sind getrennt von ihren Ehemännern und ihren Familien, einige haben keine Familie mehr, einige haben Kinder, andere nicht. Aber sie alle haben gemeinsam, dass sie alleine sind. Sie legen mehrere hundert Kilometer zurück, um dann in dem völlig überfüllten Lager Gewalt, sexuelle Übergriffe, Angstzustände und Verzweiflung erleiden zu müssen.

Auf der griechischen Insel Lesbos befindet sich das inzwischen abgebrannte bekannte Flüchtlingslager Moria, das von Ärzte ohne Grenzen zu Recht als „ein Ort wie die Hölle auf Erden“ bezeichnet wurde. Die tägliche Realität für hunderte Frauen und Kinder besteht aus Gewalt, zu wenigen Lebensmitteln, überfüllten Lagern, langen Wartezeiten für Lebensmittel und medizinische Betreuung sowie dem Fehlen von Wasserleitungen und grundlegenden Hygienestandards.

Wadi fördert seit Ausbruch der Corona Epidemie unterschiedliche Projekte und Programme auf Lesbos und anderen griechischen Inseln, wobei ein Schwerpunkt unserer Arbeit darin liegt, Flüchtlinge in ihrer Selbstorganisation zu unterstützen.

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Projekte der Flüchtlingsselbshilfsorganisation Moria White Helmets und Moria Corona Awareness Team

Seit 2018 hilft Wadi nämlich auf zwei Ebenen: Einerseits, indem wir beratend tätig sind und unseren Partnern beim Aufbau von Strukturen, der Kommunikation mit Unterstützern und dem Auf- und Ausbaubau von Homepages und Öffentlichkeitsarbeit zur Seite stehen. 

„Als die Pandemie Anfang März 2020 ausbrach, war die Zahl der Hilfsorganisationen im Lager Moria von über 100 auf etwa 15 gesunken. Die etwa 20.000 Geflüchteten waren gezwungen, sich der Pandemie völlig unvorbereitet und ohne Hilfe zu stellen.

In diesem Vakuum organisierten sich die Geflüchteten selbst, um ihre Probleme gemeinsam anzugehen. So entstanden die Flüchtlingsselbstorganisationen „Moria Corona Awareness Team“ (MCAT), „Moria White Helmets“ (MWH) und „Moria Academia“. Sie haben viele der Tätigkeiten übernommen, die zuvor in den Aufgabenbereich von Nichtregierungsorganisationen fielen, wie zum Beispiel die Verteilung von Nahrungsmitteln, Bildungsangebote und Abfallentsorgung. Darüber hinaus ist es ihnen gelungen, über soziale Medien und in direktem Kontakt mit der internationalen Presse ihre Stimmen und Positionen hörbar zu machen.“

Shirin Tinnesand: „Ein Jahr nach dem Brand in Moria“

Wir haben uns verpflichtet, auch zukünftig Wissen und Ideen auf der Grundlage unserer Erfahrungen mit Flüchtlingen und Vertriebenen in Irakisch-Kurdistan nutzen zu können, um diese Süd-Süd-Zusammenarbeit weiter zu fördern. 

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FB-Seite der Moria White Helmets

In den selbstorganisierten Schulen sind die Lehrerinnen und Lehrer selbst Flüchtlinge. Die Idee, Flüchtlinge auszubilden, die bereits Englisch sprechen, um andere Flüchtlinge zu unterrichten, ist denkbar einfach. Das ist ideal, da ein Peer-Mentor zwar kein perfektes Englisch spricht, aber mit seinen Schülerinnen und Schülern in derselben Sprache kommunizieren kann und über ähnliche Lebenserfahrungen verfügt, sodass er ihre Gefühle und Bedürfnisse besser verstehen kann als ein Europäer es könnte.

Seit März 2020 haben wir die Aktivitäten aufgrund der Corona-Notlage immens ausgedehnt und unterstützen Flüchtlingsselbsthilfe von Abfallentsorgung über Elektrizität im Camp bis hin zu den unterschiedlichsten Bildungsprojekten reichen

Wir bitten Sie herzlich, dieses Projekt mit einer Spende zu unterstützen.