Unterstützung von Flüchtlingen in Griechenland

Seit 2017 unterstützt Wadi Flüchtlinge in Griechenland. Die Zusammenarbeit mit unserem lokalen Partner zielt vor allem auf langfristige Unterstützung von Bildungs- und Ausbildungsprojekten insbesondere für die am meisten gefährdeten Flüchtlinge: allein fliehende Frauen und Kinder. Einige sind getrennt von ihren Ehemännern und ihren Familien, einige haben keine Familie mehr, einige haben Kinder, andere nicht. Aber sie alle haben gemeinsam, dass sie alleine sind. Sie legen mehrere hundert Kilometer zurück, um dann in dem völlig überfüllten Lager Gewalt, sexuelle Übergriffe, Angstzustände und Verzweiflung erleiden zu müssen.

Auf der griechischen Insel Lesbos befindet sich das bekannte Flüchtlingslager Moria, das von Ärzte ohne Grenzen vergangenes Jahr als „ein Ort wie die Hölle auf Erden“ bezeichnet wurde. Die tägliche Realität für hunderte Frauen und Kinder besteht aus Gewalt, zu wenigen Lebensmitteln, überfüllten Lagern, langen Wartezeiten für Lebensmittel und medizinische Betreuung sowie dem Fehlen von Wasserleitungen und grundlegenden Hygienestandards.

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Seit 2018 hilft Wadi auf zwei Ebenen: Einerseits, indem wir beratend tätig sind und unseren Partnern beim Aufbau von Strukturen, der Kommunikation mit Unterstützern und dem Auf- und Ausbaubau von Homepages und Öffentlichkeitsarbeit zur Seite stehen. Die lokale Organisation „Stand by me Lesvos„, ist ein  Zusammenschluss von Lehrern, Professoren und Kleinunternehmern, die in ihren Worten folgende Ziele verfolgt: „Wir nehmen eine schlechte Lage an und arbeiten mit sehr geringen finanziellen Mitteln daran, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem wir Flüchtlinge ausbilden, unterrichten und beraten können, um sie von ihrer Randexistenz in den Lagern in die Gesellschaft zu integrieren.“

Wir haben uns verpflichtet, auch zukünftig Wissen und Ideen auf der Grundlage unserer Erfahrungen mit Flüchtlingen und Vertriebenen in Irakisch-Kurdistan mit Stand by me Lesvos teilen zu können, um diese Süd-Süd-Zusammenarbeit weiter zu fördern. Unser Ziel ist es, dass sich Flüchtlinge direkt darüber verständigen, wie sie ihren Unterricht am besten leiten, wie sie eigene Radiosender für Flüchtlinge einrichten und wie sie mit schwierigen Situationen umgehen können. Ebenso wie unsere Partnerorganisationen glauben wir an lokale Ansätze, die einen Beitrag zu der Verbesserung einer schwierigen Situation leisten sollen.

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Die Projekte von Stand by me Lesvos

Im Jahr 2018 gründete Stand by me Lesvos die „Academia“, eine Schule für erwachsene weibliche Flüchtlinge aus dem Flüchtlingslager in Moria. Die Academia bietet derzeit Englisch- und Griechischkurse an. Englischkenntnisse sind immer nützlich, unabhängig davon, wo diese Frauen zukünftig leben werden. Inzwischen wurde ein auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnittenes Curriculum entwickelt: In jeweils dreiwöchigen Kursen lernen sie Schritt für Schritt die neuen Sprachen und werden, wenn sie es wünschen, auf die wichtigen A1 Prüfungen vorbereitet.

Vor Ort gibt es es auch Möglichkeiten, Kleider zu nähen oder zu reparieren und eine Rechtsberatung.

Zusätzlich ermutigt Stand by me Lesvos die Flüchtlinge durch das Erlernen der griechischen Sprache auch in engeren Kontakt mit der lokalen Bevölkerung zu treten, statt sich von ihr zu isolieren.

 

Viele der Lehrerinnen und Lehrer sind selbst Flüchtlinge sind. Die Idee, Flüchtlinge auszubilden, die bereits Englisch sprechen, um andere Flüchtlinge zu unterrichten, ist denkbar einfach. Das ist ideal, da ein Peer-Mentor zwar kein perfektes Englisch spricht, aber mit seinen Schülerinnen und Schülern in derselben Sprache kommunizieren kann und über ähnliche Lebenserfahrungen verfügt, sodass er ihre Gefühle und Bedürfnisse besser verstehen kann als ein Europäer es könnte.

 

 

Sie können die täglichen Projektupdates hier verfolgen.

 

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