Keine Abschiebungen von Jesiden in den Irak!

Pro Asyl fordert in dieser Erklärung, der wir uns vollinhaltlich anschließen, dass keine Jesidinnen und Jesiden in den Irak abgeschoben werden dürfen.

jesab
Heute soll der Jeside F. in den Irak abgeschoben werden – das Land, in dem er einen Genozid überlebt hat. Mit seiner Familie musste er in die Berge fliehen, die Schwester wurde von IS-Kämpfern verschleppt, die Mutter bekam auf der Flucht einen Schlaganfall,der sie halbseitig lähmte. Die Familie lebte danach als Binnenvertriebene unter prekären Bedingungen in einem Flüchtlingslager. F. erzählt: „Ich wurde ständig bedroht. Immer gab es in der Geschichte Massaker an uns. Der IS hat tausende von uns entführt und ermordet. Überall in der Region gibt es Massengräber von Jesiden.“ Jetzt will Deutschland ihn dorthin zurück abschieben. Gemeinsam mit dem ZÊD – Zentralrat der Êzîden in Deutschland, Hessischer Flüchtlingsrat & Diakonie Hessen fordern wir, die Abschiebung zu stoppen!Überlebende des Völkermords dürfen nicht gezwungen werden, in das Land ihrer Verfolgung zurückzukehren.

Erst im Januar hat der Bundestag den Völkermord anerkannt und dabei festgestellt, dass Jesid*innen nach wie vor Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind und Schutz brauchen. Wir fordern ein Bleiberecht für Jesid*innen! Aufgrund der komplexen, menschenrechtlich schwierigen und humanitär besorgniserregenden Lage im Irak sind Abschiebungen dorthin verantwortungslos!