Auch zwölf Jahren nach dem Völkermord durch den Islamischen (IS) lebt ein Großteil der damals geflohenen Jesidinnen und Jesiden im Irak noch immer in Camps. Derweil schieben Deutschland und andere europäische Staaten vermehrt Jesiden in den Irak ab.

(Bild: Jesidische Flüchtlinge in Dohuk im Jahr 2014, Quelle: Wadi e. V.)
In einem Interview mit dem Schweizer Rundfunk (SFR) beschreibt der Geschäftsführer von Wadi, Thomas von der Osten-Sacken, die perspektivlose Lage von Jesiden im Irak. Zunehmend werden Hilfsgelder gestrichen oder gekürzt, die das Leben in den Lagern noch unerträglich machten.
Viele Campbewohnerinnen und Bewohner würden deshalb an Selbstmord denken, auch verschlimmere sich Drogenmissbrauch. Dies alles sei Folge des Völkermordes, der, so tragisch dies sei, eben so seine langfristige Wirkung entfalte.
Besonders kritisch sieht von der Osten-Sacken die vermehrten Abschiebungen von Jesiden aus Deutschland und Europa.
Das ganze Gespräch ist hier nachhörbar.