Im Rahmen einer kleinen Feier wurde unser umweltfreundliches Modellhaus in Halabja eingeweiht. Es ist ein Beispiel dafür, wie man Energie und Wasser sparen kann.
Von Shatoo Kameran, 05. Juli 2026

(Bild: Eingang des Modellhause, Quellen Wadi e. V. und NWE)
Am 21. Mai 2026 war es soweit: feierliche Eröffnung des Öko-Musterhauses in Halabja! Wadi und Nwe haben mit Unterstützung des BMZ ein ganz normales Haus so umgebaut, dass es umweltschonend und energiesparend betrieben werden kann. Anwesend waren Anwohnerinnen und Anwohner aus Halabja sowie Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen und Regierungsvertreter.
Im September 2023, also vor fast drei Jahren, sind wir auf dieses Haus gestoßen. Damals hatten wir nur eine vage Vorstellung davon, was wir anschließend konkret damit machen würden – denn solch ein Projekt war für uns alle Neuland. Genauer gesagt sind wir nicht wirklich zufällig auf das Haus gestoßen: Wir suchten gezielt nach dem einfachsten und gewöhnlichsten Haus, das man in Halabja finden konnte.
Aber wir wussten genau, was wir letztendlich erreichen wollten: ein effizientes, umweltfreundliches Haus, das möglichst viel Energie spart und möglichst wenig Ressourcen verbraucht.
An einem warmen, sonnigen Tag Ende Mai wurde das Musterhaus feierlich eröffnet und die örtliche Bevölkerung willkommen geheißen. Unmittelbar nach dem Durchschneiden des Bandes betraten die Gäste den Vorgarten und ließen alles um sich herum auf sich wirken.
Banaz, Projektleiterin der Organisation Nwe, stand auf der Treppe und zog die Aufmerksamkeit aller auf sich.
„Herzlich willkommen, liebe Gäste. Willkommen in unserem umweltfreundlichen Zuhause. Wir sind heute hier versammelt, um die Eröffnung unseres Musterhauses zu feiern und euch genau zu zeigen, was wir gemacht haben und wie wir es gemacht haben.“
Die Veränderungen fallen einem schon beim Betreten des Hauses ins Auge: Man sieht die Fensterläden, das Vordach und die gedämmten Wände, die alle einen entscheidenden Zweck erfüllen: die Hitze draußen halten.
Der Garten ist mit einheimischen Pflanzen bepflanzt, sodass er weniger Wasser und keinen Dünger benötigt. Die Pflanzkübel bestehen aus recyceltem Kunststoff, der vom örtlichen Recyclingzentrum in Halabja hergestellt wurde.
„Alles, was ihr hier seht, ist gut durchdacht und bewusst gewählt; die Pflanzen wurden so ausgewählt, dass sie die Artenvielfalt fördern! Sie ziehen Nützlinge an, die schädliche Insekten direkt abwehren.“
Den Gästen wurden im Garten alle Details vorgestellt, die der Ökologie dienen und dabei helfen, Wasser und Strom zu sparen.
„Lasst uns nun unser bescheidenes Zuhause betreten“, sagte Banaz. Später versammelten sich die Gäste im eigens dafür vorgesehenen Schulungsraum des Musterhauses und sahen sich eine Präsentation über die im Musterhaus vorgenommenen Veränderungen und den Prozess des Umbaus an.
Die Gäste tauschten ihre Meinungen aus und machten Vorschläge, wie wir das Projekt noch weiter verbessern könnten.
Doch die wichtige Frage, die immer wieder gestellt wurde, lautete: „Wo sind die Lüftungsöffnungen?“
„Es gibt keine Lüftungsöffnungen! Eine Klimaanlage wird nicht benötigt; das Haus ist vollständig gedämmt.“
An einem sonnigen Tag im Mai können die Außentemperaturen bis zu 30 °C erreichen, was in einem nicht gedämmten Haus definitiv eine Klimaanlage erforderlich macht.



Nicht jedoch in diesem Musterhaus, bei dem die Außen- und Innenwände gedämmt sind und das Dach mit einem Garten bedeckt ist.
Nach einem Rundgang durch das Haus wurden die Gäste auf das Dach geführt, um den Garten und die Solarmodule zu besichtigen, die genügend Energie für den Betrieb des Hauses liefern.
„Dieser Garten bietet nicht nur Platz für Grünflächen, sondern verhindert auch, dass das Haus im Sommer Wärme aufnimmt. Und er wird über unser Grauwassersystem bewässert, das durch das ganze Haus verläuft!“, sagte Banaz.
Nach dem Besuch des Dachgartens versammelten sich die Gäste in der Küche – es entspann sich eine rege Diskussion bei einer Tasse Tee.
„Ich gratuliere Ihnen von ganzem Herzen zu Ihrer Arbeit; das ist eine großartige Leistung. Nun haben wir als Umweltamt von Halabja ein konkretes Beispiel, um den Menschen zu zeigen, wie sie ihre Häuser umweltgerecht gestalten können. Ich habe einige Anmerkungen und Vorschläge, an denen wir später weiterarbeiten können“, sagte Sarhang Abdulrahman, Leiter des Umweltamts von Halabja.
Der Umbau zum Modellhaus wurde vollständig von lokalen Unternehmen durchgeführt. Wir wollten damit zeigen, dass es mit heimischen Mitteln möglich ist, große Veränderungen zu bewirken, und zwar ohne ein komplett neues Haus zu bauen oder Unsummen für importierte Materialien und Dienstleistungen auszugeben.
Dieses Projekt wird vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
