Schulbildung für Flüchtlingskinder im Nordirak

Dieses Projekt ermöglicht es mehr als 6.000 geflüchteten Schülerinnen und Schülern, ihre Ausbildung abzuschließen.

Die anhaltenden Konflikte in der Region haben zu stetigen Fluchtbewegungen von Menschen aus Syrien und dem Südirak in den Nordirak geführt. Diese Vertreibungen und alle damit verbundenen Probleme hatten zur Folge, dass Kinder und junge Erwachsene im Alter von 6-17 Jahren dem höchsten Risiko ausgesetzt sind, keine oder nur unzureichende Bildung zu erhalten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Gründe für die ausbleibende Bildung sind sehr unterschiedlich. Viele Schülerinnen und Schüler konnten wegen fehlender Transportmöglichkeiten nicht mehr zur Schule gehen. Andere verließen die Schule aufgrund ausbleibender Unterstützung der Schulen in den Flüchtlingscamps durch die Regierung, was auch mit der ökonomischen Krise in Kurdistan zu tun hatte.

Jenen Kindern und Jugendlichen, die noch zur Schule gehen, mangelt es sowohl an angemessenem Lernmaterial und adäquaten Schulsachen wie Stiften, Büchern und Notebooks als auch an gut ausgebildetem Lehrpersonal. Schlechte Leistungen und hohe Schulabbrecherquoten sind die Folge.

Seit 2012 unterstützt Wadi syrische Flüchtlinge in Irakisch-Kurdistan mithilfe vielfältiger Projekte. Das aktuelle Projekt wurde im Jahr 2017 ins Leben gerufen. Über einen Zeitraum von 3 Jahren werden mehr als 6.000 geflüchtete syrische sowie südirakische Kinder und Jugendliche wie auch 400 Lehrerinnen und Lehrer in Primär- und Sekundarschulen unterstützt. Die Förderung umfasst dabei vielfältige Maßnahmen: Von der Bereitstellung des Lernmaterial über psycho-soziale Beratung und den Transport zum Unterricht bis zur Bezahlung von Löhnen.

Das Projekt wird von der UNESCO gefördert und von der EU finanziert. Wadi führt das Projekt gemeinsam mit seiner lokalen Partnerorganisation Jinda durch, die aufgrund der psychosozialen Betreuung vieler hunderter ezidischer Frauen, die vorher vom IS versklavt worden waren, bekannt geworden ist.

Die Ziele des Projektes lauten im Einzelnen:

– 6000 Flüchtlingskinder werden an Grund- und Sekundärschulen eingeschrieben- 15 eigens für Flüchtlingskinder zur Verfügung stehende Schulgebäude werden möbliert sowie mit Strom und Wasser versorgt

– 5000 der Schülerinnen und Schüler, die bislang nicht mehr zur Schule gegangen waren, werden mit neuen Schultaschen und Zubehör ausgestattet

– Für 200 darauf angewiesene Schüler/innen wird die tägliche Hin- und Rückfahrt organisiert

– Die insgesamt 400 Lehrer/innen werden Fortbildungen in den Bereichen Betreuung, Management und Pädagogik erhalten

– 6000 Schüler/innen und über 300 Lehrer/innen werden Arbeits- und Lehrbücher zur Verfügung gestellt

– Alle 6000 Schüler/innen erhalten bei Bedarf psychosoziale Unterstützung und Unterricht zu „friedlicher Koexistenz“

– Weitere 9800 syrische Flüchtlinge erhalten in Koordination mit dem irakisch-kurdischen Bildungsministerium und anderen lokalen Akteuren Lehrpläne und Lernmaterial

– 2000 der eingeschriebenen Schüler/innen erhalten in Catch-Up-Klassen Intensivunterricht. So können sie ihre Lücken füllen oder wieder dort in den Stoff einsteigen, wo sie vor längerer Zeit aufhören mussten.

– 130 gut qualifizierte Lehrer/innen werden in Kooperation mit MoR-KRG aus der Flüchtlingscommunity rekrutiert

– Alle 400 Lehrer/innen werden mit Schulungshandbüchern ausgestattet werden

– Alle 400 Lehrer/innen werden vom International Network for Education in Emergencies (INEE) unterstützt