
Seit über zwei Jahrzehnten setzt sich Wadi gemeinsam mit seinen Partnern unermüdlich für die Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) und die Unterstützung betroffener Frauen ein, um ein besseres und würdevolleres Leben zu führen.
Obwohl bedeutende Fortschritte erzielt wurden, ist FGM in der Region Kurdistan im Irak noch nicht vollständig beseitigt.
Am 5. Februar 2026 wird ein Expertengremium aus Fachleuten und Aktivisten eine Podiumsdiskussion über die aktuelle Situation von FGM in der Region führen. Im Rahmen der Veranstaltung werden Dokumentarfilme von Wadi zu diesem Thema gezeigt und eine Kunstausstellung eröffnet.
2025 dokumentierte die Organisation „Awareness and Development for Women and Children in Iraq“ (ADWI) im Rahmen von Gemeindeseminaren 77 Fälle von FGM bei Mädchen unter zehn Jahren. Von diesen Fällen wurden 74 in der Region Ranya und 3 in Erbil gemeldet, was die anhaltende Verbreitung von FGM in bestimmten Gebieten unterstreicht.
Im Rahmen unserer Active Citizenship-Kampagne, die Menschen zu aktivem Bürgerengagement und Verantwortungsübernahme in ihren Gemeinden ermutigen soll, thematisiert diese Podiumsdiskussion FGM als tief verwurzelte soziale Praxis, die in einigen Gebieten weiterhin besteht. Obwohl FGM in Irakisch-Kurdistan seit 2011 gesetzlich verboten ist, gibt es immer noch Gemeinschaften, in denen diese Praxis nicht vollständig verschwunden ist.
Schädliche Überzeugungen und die gesellschaftliche Akzeptanz von FGM bestehen weiterhin in den Köpfen mancher Menschen, insbesondere älterer Generationen, in einigen Fällen aber auch jüngerer. Solange solche Überzeugungen fortbestehen, bleibt die Arbeit zur Abschaffung von FGM unvollendet.
Gleichzeitig benötigen Tausende von Frauen, die bereits FGM erlitten haben, dringend Unterstützung, insbesondere im Bereich der Gesundheitsversorgung.
Viele betroffene Frauen hatten ihr Leben lang kaum oder gar keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Für sie sind grundlegende medizinische Untersuchungen und gesundheitliche Unterstützung kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit.
Aus juristischer Sicht wurden trotz der Kriminalisierung von FGM bisher keine Fälle vor Gericht gebracht. Obwohl nicht Bestrafung das Ziel ist, spiegelt das Fehlen von Gerichtsverfahren die anhaltenden Hürden bei der Meldung von Fällen und der rechtlichen Verantwortlichkeit auf Gemeindeebene wider.
Darüber hinaus stellen Erhebung verlässlicher und aktueller Daten zu FGM weiterhin eine große Herausforderung dar. Zivilgesellschaftliche Organisationen und lokale Teams arbeiten vor Ort, um das tatsächliche Ausmaß des Problems zu erfassen und neue Fälle zu identifizieren.
Das Panel möchte sowohl die erzielten Fortschritte als auch die verbleibenden Herausforderungen beleuchten und gleichzeitig die Bedeutung von Gemeindebeteiligung, Datenerhebung, Gesundheitsversorgung und kontinuierlicher Interessenvertretung unterstreichen, um FGM vollständig zu beseitigen und zukünftige Generationen zu schützen.