Der ‚Halabja Summer of Peace‘ 2017

Auch dieses Jahr unterstützt Wadi vielfältige Aktivitäten in Halabja, die bei der Integration von Flüchtlingen und Binnenvertrieben helfen.

Fast 30 Jahre nach den verheerenden Giftgasangriffen auf Halabja mit Tausenden von Toten wollen lokale Initiativen für Frieden und Völkerverständigung werben und dabei mit praktischen Projekten Signale setzen.

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Im gegenwärtigen Horror, der sich in etwa in Syrien,im Jemen oder in den IS-besetzten Gebieten abspielt, erkennen sich die Menschen aus der Region Halabja wieder. Da werden Erinnerungen an die eigene furchtbare Vergangenheit wach – den Vernichtungskrieg und die anschließende islamistische Terrorherrschaft. Sie fordern, dass der Hass und das Blutvergießen im Nahen Osten endlich ein Ende haben müssen. Deshalb wollen sie gemeinsam vor der eigenen Haustür für ein besseres Leben eintreten, ohne Krieg, Gewalt und Unterdrückung. Vor allem vom örtlichen Frauenzentrum und dem freien Radio Denge Nwe gehen dabei starke Impulse aus:

Junge Frauen aus den Flüchtlingslagern werden zu Radiojournalistinnen ausgebildet. Sie mischen sich in die Kommunalpolitik ein, sie erzählen ihre Story, sie werben für ein gedeihliches Miteinander aller Bevölkerungsgruppen.

So werden sie aktiver Teil des öffentlichen Lebens vor Ort. „Vom Flüchtling zum Bürger“, dieses zentrale Motto steht hinter WADIs vielfältigen Initiativen, die wir in Halabja zusammen mit unseren Partnern von NWE durchführen und die nun auch von Misereor unterstützt werden.

 Dieses Jahr findet ein neuer „Halabja Summer of Peace“ statt, ein demonstrativer Aufruf zum friedlichen Zusammenleben von „Neubürgern“ und Alteingesessenen, mit vielen fröhlichen Gemeinschaftsaktivitäten, gemeinsamem Engagement für die Umwelt, kulturellem Austausch und Möglichkeiten der Begegnung.

Geflüchtete und einheimische Frauen besuchen zusammen Ausbildungskurse und erteilen sich gegenseitig Sprachunterricht (Kurdisch-Arabisch). Für alle Kinder gibt es ein unterhaltsames Ferienprogramm.

Al Jazeera und den Halabja Friedenssommer 2015: Halabja gas attack victims welcome Iraqis fleeing ISIL

 All diese Aktivitäten fördern Zusammengehörigkeitsgefühle über ethnische, religiöse und politische Grenzen hinweg. Sie relativieren wenigstens kurzzeitig die vielen unsichtbaren Grenzen des nahöstlichen Alltags und betonen das Gemeinsame. Nur so kann praktischer Bürgersinn sich entfalten – die Begegnung der Menschen untereinander als abstrakt Gleiche, unter Zurückstellung aller konkreten Verschiedenheit.

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